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Prüfe dein epub sorgsam, bevor du es veröffentlichst!

Ich habe in den letzten neun Monaten vier Kurzkrimis als eBooks veröffentlicht und die ersten bereits wieder einer Überarbeitung unterzogen. Dabei habe ich die verschiedenen Möglichkeiten, die Fehlerfreiheit der zugehörigen epub-Datei zu prüfen, schätzen gelernt. Über meine Erfahrungen möchte ich heute berichten. Die Quintessenz ist: Prüfe lieber einmal mehr, als einmal zu wenig. Werkzeuge dazu gibt es genug.

Dies wird alle Selfpulisher unter uns interessieren, die selbst gerne über eine fehlerfreie epub-Datei ihrer Geschichte verfügen möchten. Alle anderen können es sich einfacher machen …

Alles ist käuflich, auch die eBook-Konvertierung

Natürlich gibt es Anbieter, die einem das eBook von Microsoft Word in die Formate ‚mobi‘ (Amazon) oder ‚epub‘ (alle anderen) umwandeln. Dies kann entweder durch den Anbieter selbst und das eigene Online-Softwareprogramm geschehen (unter anderem KDP) oder gegen Geld als Dienstleistung (unter anderem ePubli).

Wie immer, mache ich es anders und habe den Anspruch, meine eBook-Datei selbst zu erstellen.

Schön blöd, mag so mancher denken. Es ist eine nicht ganz leichte Aufgabe, da man alles selbst überprüfen muss. Auch muss man Textabschnitte, die plötzlich blau und als Hyperlink erscheinen oder mit einem anderen Zeilenabstand formatiert sind, selber reparieren. Doch wie prüft man, ob die epub-Datei in Ordnung ist?

Sigil und die Flight Crew

Üblicherweise erstelle ich meine Texte mit ‚Papyrus Autor‘ und exportiere die Texte von dort aus sehr komfortabel in eine epub-Datei. Die weitere Bearbeitung erfolgt mit ‚Sigil‘, einem Freeware-Programm, dass man einfach aus dem Internet herunterladen kann (zum Beispiel hier: http://www.chip.de/downloads/Sigil_50373766.html). Doch dann ist das eBook noch lange nicht fertig: Man muss ein Cover einfügen, das Inhaltsverzeichnis erstellen und die besagten blauen Hyperlinks eliminieren.

Ist man soweit zufrieden und denkt, man hat es geschafft, kommt die Stunde der Wahrheit: Man nutzt ein Tool, um den HTML-Code zu überprüfen. Tut man das nicht, kann man die Datei vielleicht nicht bei Amazon, ePubli oder Neobooks etc. hochladen oder man ärgert sich später, dass sie auf dem eigenen eReader falsch formatiert ist. Sigil bietet schon einmal zwei Möglichkeiten, seinen HTML-Code zu überprüfen. Unter ‚Werkzeuge‘ gibt es den Menupunkt ‚Validiere epub mit Flight Crew‘ (auch mit ‚F7‘ zu aktivieren). Die ‚Flight Crew‘ listet alle Fehler gnadenlos auf, vor allem fehlende Verweise. Aber die Behebung dieser Fehler ist ein anderes Kapitel. ‚Kein Fehler‘, prima, denkt man sich, dann ist ja alles gut. Mitnichten.

Der Trend geht hin zur Mehrfachkontrolle

Auch wenn die Flugbesatzung ihr ‚Okay‘ gegeben hat, heißt das noch lange nicht, dass die Datei wirklich in Ordnung ist. Meine Erfahrung ist, dass man alle Möglichkeiten nutzen sollte, seine epub-Datei einer intensiven Prüfung zu unterziehen.

Für die zweite Prüfmöglichkeit kann man im Programm Sigil bleiben. Ebenfalls unter ‚Werkzeuge‘ kann man die Funktion ‚Validiere Stylesheet mit W3C‘ aufrufen. Tut man dies, so wird man auf eine Webseite geleitet. Die Überprüfung erfolgt automatisch, man braucht nicht noch einmal die Datei selbst hinzufügen.

‚Congratulations! No Error Found‘? Primaprima. Aber ein in diesen Dingen aus gutem Grund misstrauischer Mensch wie ich ist immer noch nicht zufrieden. Ich bin zwar kein Kunde von ePubli, doch bietet das Unternehmen allen Menschen an, seine epub-Datei mit einem Tool zu überprüfen. Geht man auf die Seite http://validator.idpf.org/, so kann man seine Datei dort hochladen und prüfen lassen. Man drückt auf ‚Browse‘, dann kann man seine Datei aufrufen. Dazu ist es, wie gesagt, nicht einmal nötig, dort Kunde sein.

Der Teufel steckt nicht nur im Detail, er wartet auch hinter der letzten Ecke

Hat man auch diese Prüfung überstanden, kann man seine Datei ohne weitere Probleme beispielsweise bei Amazon hochladen.

Noch einmal: Dies ist eher der masochistisch-ausgerichtete Weg, ein eBook zu veröffentlichen, eine richtig formatierte Worddatei tut es schließlich auch. Aber es gibt genug Selfpulisher unter uns, die selbst über eine fehlerfreie epub-Datei ihrer Geschichten verfügen möchten.

So, nachdem man sich bei Amazons Kindle Desktop Publishing (KDP, https://kdp.amazon.com/) angemeldet hat und seinen Verkaufspreis in US-Dollar und japanischen Yen festgelegt hat sowie das Cover hochgeladen hat, lädt man seine epub-Datei hoch. ‚Datei wurde erfolgreich hochgeladen‘, primaprimaprima.

Doch Vertrauen ist gut, Kontrolle ist immer besser. Beim Kindle Desktop Publishing (KDP) sollte man seine Datei immer noch einmal der letzten Kontrolle unterziehen. Das kann man entweder mit dem ‚Online Kindle Previewer‘ direkt im Browser oder mit dem ‚Herunterladbaren Kindle Previewer‘ auf seinem Rechner realisieren.

‚Mensch‘, mag nun so manch einer denken, ‚ist das ein Kontrollfreak!‘. Doch habe ich trotz aller positiven Resultate zuvor bei der Sichtung der durch den ‚Kindle Previewer‘ erzeugten Datei tatsächlich in einem Abschnitt noch veränderte Zeilenabstände entdeckt, die mir zuvor nicht aufgefallen waren. In der Tat ist das in diesem Moment ‚kriegsentscheidend‘, da die Datei auch so veröffentlicht worden wäre. Der Leser hätte sich gefragt, wie schlecht die Datei formatiert ist und bekäme einen schlechten Eindruck. „Die Selfpublisher wieder, die können es einfach nicht.“

Doch, w i r können es, wir müssen uns nur anstrengen! Dass das natürlich auch für die Qualität von Handlung und Sprache gilt, setzte ich hier einmal als selbstverständlich voraus.

Herzlichst, Christian Schneider

PS1: Ach so, du möchtest deine eigene mobi-Datei auf deinem Kindle oder deinem Rechner – oder dem von deiner ‚Omma Hilde‘? Da nutzt du entweder die Downloadmöglichkeit deiner Preview-Datei

bei KDP oder du wandelst sie einfach mittels des Freeware-Programms ‚Calibre – Ebook-Management‘ (beispielsweise hier: www.chip.de/downloads/Calibre-32-Bit_35436003.html) um. Mit diesem Programm lassen sich die epubs übrigens auch in pdfs umwandeln.

PS2: Um die Probleme bei der eBook-Formatierung beheben zu können, ist es unerlässlich, sich mit der HTML-Programmierung zu befassen.

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